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Mittwoch, 28. September 2016

Mini. Und dann noch Leder.




Für die heutigen Fotos reichte es gerade mal für einen Abstecher in den Garten. So langsam machen sich beim Tochter, groß, die normalerweise die Fotos für den Blog macht, nämlich Zeitprobleme breit. Ganz ehrlich? Ich habe die Jammerei angesichts von zwölf Jahren Schule bis zum Abitur ja immer für ein bisschen übertrieben gehalten. Inzwischen sehe ich das ein wenig anders.

Während ich damals, Anfang der Achtziger (oh mein Gott, ist das lange her) mit meinen Laber-Leistungskursen Deutsch und Englisch wirklich gut bedient war und das letzte Schuljahr nach Kräften genoss, stehen heute fast 40 Wochenstunden auf dem Plan. Drei Leistungskurse, zwei weitere Prüfungsfächer und tonnenweise Pflichtfächer, bei denen die dritte Fremdsprache zugunsten so wirklich elementarer Dinge wie Religion abgewählt werden muss, halten die Kids mächtig auf Trab. Irgendwie war das damals gemütlicher. Wobei ich ja in Nordrhein-Westfalen Abitur gemacht habe und angeblich gab es das damals ja für fehlerfreies Buchstabieren der Lieblingsfarbe. Ich möchte da vehement widersprechen! Und das Kind war natürlich auch nicht so weise wie ihre Mutter und wählte Leistungskurse, in denen man mit möglichst viel Schwafeln möglichst weit kommt, sondern entscheidet sich für eher lernintensive Fächer. Abgesehen davon ist sie aus unerfindlichen Gründen ziemlich ehrgeizig. Von mir hat sie das nicht! Wie auch immer, anstatt gemütlich zu chillen wird gepaukt, dass ich nur noch mit den Ohren schlackere. Für Fotos bleibt wenig Zeit, also ab in den Garten. Leider nicht zu ändern.

Dafür ist der Rock schön kurz und - oh Gott - aus Leder. Voll anrüchig also. Da rotiert es sicher schon wieder in dem einen oder anderen Hirn: Darf man mit über 50 noch einen Minirock aus Leder tragen? Mir fiel in der vergangenen Woche zufällig die Frauenzeitschrift „Petra“ in die Hände, die in meinem gesegneten Alter a) das Golfspielen und b) das Verhüllen der kompletten Beine empfahl. Ja nun. Ich lose schon beim Minigolf fürchterlich ab. Alle Sportarten, bei denen Bälle im Spiel sind, sind nicht meins. Sorry. Beim Golfspielen treffe ich den Ball, wenn überhaupt, dann so, dass Umstehende besser Schutzwesten tragen sollten. Da sind selbst meine Ergebnisse beim Schwarzpulverschießen besser. Habt ihr das jemals gemacht? Total spaßig.

Aber zurück zum Rock. „Man“ darf das nicht. Also mit über 50 einen Mini, und dann noch aus schwarzem Leder *hach wie verrucht aber auch*. Ich dagegen darf das. Und das, obwohl sich die leichte Sommerbräune an den Beinen auch schon wieder verabschiedet hat. Meine Unfähigkeit in Sachen Mode wurde mir aber sowieso kürzlich auf einem befreundeten *hüstel* Blog bescheinigt. Also genieße ich ab sofort Narrenfreiheit *hurrah*. Damit der Rock nicht allzu verrucht rüberkommt, gibt es einfach eine Jeansjacke und Turnschuhe dazu. Darf man vermutlich auch nicht. Aber die Unfähigkeit... ihr wisst schon ;-)

Ach ja, alle, die mir als künftiges Thema statt Mode das Kochen ans Herz legten: Das kann ich noch weniger. Der Chefkoch im Hause W. ist männlich. Handarbeiten fällt auch aus. Ich bleibe bei Klamotten. Für alle, die das nicht ertragen: Sorry.

Liebe Grüße
Fran

Lederrock & Bluse, Jeansjacke: H&M

Schuhe: Adidas









Montag, 26. September 2016

Die Sockenfrage. Gelöst.



Was macht man, wenn die Temperaturen am Morgen bei lauschigen 13 Grad liegen, man kalte Füße hat und der Hund einem unmissverständlich klarmacht, dass er mit dem Morgenspaziergang keinesfalls warten möchte, bis das Thermometer die 20 Grad-Grenze knackt? Man zieht Socken an. Was aber, wenn man sich in den Kopf gesetzt hat, die wunderbaren roten Schleifenschuhe zu tragen?

Dann durchsucht man einfach mal die Sockenschublade! Und weil die Damen Töchter ihrer Mutter fast jedes Mal ein Paar Socken mitbringen, wenn sie durch Hamburg ziehen (hier haben nämlich alle einen leichten Socken-Tick), findet sie weiße Socken mit roten Punkten. Diese Punkte, das wird ganz schnell klar, passen farblich hervorragend zur Schuhfarbe. Also probieren wir das doch mal kurz aus. Töchterchen erspäht das Desaster und verdreht die Augen. Hm. Hat sie etwa Recht? Also Socken wieder aus. Die Füße sagen: Socken her. Also Socken wieder an. Egal. Keine Zeit mehr. Und irgendwie finde ich die Socken-Schleifenschuh-Lösung cool.

Meine Kollegen gucken etwas kritisch. Sie verdrehen ihre Augen nicht ganz so offensiv wie das Tochterkind. Das allerdings liegt vermutlich eher an der Riesenpackung Snickers, die ich dabei habe. Und an den Lebkuchen. Meine Kollegen sind hungrig. Und sie wissen genau, wenn sie über meine Socken maulen, esse ich die Snickers allein und gebe kein einziges davon ab. Wer Süßes will, sollte meine Socken also bitte cool finden :-)

Übrigens passen nicht nur die Socken farblich zu den Schuhe, sondern sogar die Äpfel, die sich gerade zu Hunderten unter dem Zierapfelbaum türmen. Ich habe mir einfach zwei gegriffen und jonglieren geübt. Das richtige Posen für Blogfotos habe ich nämlich auch nach fast einem Jahr Bloggen irgendwie nicht drauf. Da sind ein paar Äpfel seeehr hilfreich. Obwohl ich auch das mit dem Jonglieren nicht drauf habe. Zirkus und Germanys Next Top-Best-Ager-Model fallen also weg, falls ich mal nen neuen Job suche. Heidi hätte definitiv kein Foto für mich und im Zirkus könnte ich höchstens als Platzanweiser arbeiten. Der Job wiederum ist so schlecht bezahlt, dass ich mir keine roten Schleifenschuhe mehr kaufen könnte.

Also stelle ich mich einfach weiterhin gut mit meinen Kollegen, bringe weiterhin Snickers mit ins Büro und hab lieber warme als kalte Füße. Und die rote Hose, die darf auch wieder öfter aus dem Schrank. Genauso wie die weiße Jeansjacke. Ich kann übrigens fehlerfrei drei Snickers nacheinander essen, ohne Schokoflecken auf der Jacke zu produzieren. DAS ist auch mal eine Kernkompetenz!










Liebe Grüße
Fran

P.S. Das Töchterchen sagt inzwischen, die Socken sind cool. Mag die etwa neuerdings auch Snickers?


Schuhe & Hose: Zara
Hemd und Halstuch: H&M
Jeansjacke: Isabel Marant
Socken: Happy Socks

Äpfel: Mein Garten

Sonntag, 25. September 2016

Elbfest mit Teatime




Endlich ein fast freies Wochenende! Da das bei mir und meiner Freundin eher selten der Fall ist, verabredeten wir uns für etwas, was wir schon mindestens ein halbes Jahr lang geplant hatten. Teatime bei Messmer in der Hamburger Hafencity. Immerhin ist unser letzter Tee in London schon lange her und Sandwiches, Scones und Co mit Blick auf den Hafen ist ja auch nicht zu verachten.

Dass an diesem Wochenende gerade das Elbfest in der Hafencity gefeiert wurde, wussten wir nicht, aber es war uns recht. Obwohl die Menschenmassen, die sich durch die Straßen schoben, ein wenig gewöhnungsbedürftig waren und auch die Suche nach einem freien Parkplatz sich zu einem echten Marathon auswuchs. Schließlich hatten wir es dann aber doch geschafft: Auto geparkt, Tee-Dorado gefunden und sogar noch ein Plätzchen am Fenster ergattert.



Was soll ich sagen: Die clotted cream war eher geeiste Sahne, aber der Rest war wirklich lecker. Und ja, ich habe das alles gegessen. Das Früchtbrot meiner Freundin noch oben drauf ;-) Sie kennt das schon, kein Grund zu Besorgnis! Ich bin verfressen und stehe dazu. 

Dort, wo normalerweise nur ein paar alte Kähne dümpeln, herrschte Hochbetrieb. Viele Schiffe aus dem Museumshafen Övelgönne waren extra für das Elbfest in die Hafencity gekommen, alte Hafenkräne aus dem Hafenmuseum waren ebenso dabei und wir entdeckten sogar einen alten Ewer aus den Vierlanden, mit dem vor hundert Jahren Gemüse und Blumen in die Stadt transportiert wurden. Ich habe vor ein paar Jahren mal ein Interview mit einer hundertjährigen Damen gemacht, deren Eltern einen solchen Ewer besaßen und die als Kind immer mit nach Hamburg schipperte. Sie verriet mir damals, dass das schönste war, wenn ihre Mutter in Hamburg Stoffe kaufte, die dann zur Schneiderin gebracht wurden und neue Kleider für die Familie genäht wurden. Tja, heute wird online geordert...







Der Nachmittag verging wie im Flug, wir hatten so viel zu gucken und zu erzählen... Hach, es ist einfach schön, einen halben Tag einfach so zu verbummeln :-) Gefreut habe ich mich auch darüber, mein Geburtstagsgeschenk zum ersten Mal auszuführen :-) Die Lederjacke hatte ich in einem Geschäft in Valencia entdeckt und fand sie sooooo schön. Mein Mann war eigentlich draußen geblieben, weil er einen winzigen Vogel retten musste. Eine ältere Dame hatte ihn nämlich gebeten, das kleine Vögelchen, das wohl aus dem Nest gefallen war und das hektisch piepsend auf dem Gehweg herumhopste, zurück ins Nest zu setzen. Für sie selbst war das viel zu hoch, für meinen Mann mit 2 Metern ein Klacks. Er war übrigens stolz wie Bolle, dass a) die Damen ihn auf Spanisch ansprach, also nicht sofort als Touristen enttarnt hatte und er sie b) auch noch problemlos verstand.

Nach der Vogel-Rettungsaktion hat er dann noch heimlich die Jacke vor dem grausamen Schicksal gerettet, weiter in dem Laden hängen zu müssen ;-) Tja, und inzwischen ist es immerhin kühl genug, um sie auch zu tragen. An den Füßen hatte ich aber immer noch meine liebsten Schnürsandalen, die so langsam wohl eingemottet werden müssen. Geiches gilt vermutlich für die Chino, die so langsam etwas zu dünn wird. Tja, der Herbst ist wohl nicht mehr aufzuhalten *jammer*



Wenn er allerdings noch mehr so nette Nachmittag parat hat, dann bin ich wieder versöhnt :-) Meine Freundin und ich haben übrigens festgestellt, dass der klassische Sonntagsausflug wohl immer noch angesagt ist. Wie ist das bei Euch? Sonntagsausflug? Oder eher nicht?



Liebe Grüße
Fran


Lederjacke: Sandro
Chino: COS
Bluse & Sandalen: H&M
Rucksack: Pull & Bear

Freitag, 23. September 2016

Das Blumenkleid


Eigentlich ist kaum etwas an diesem Kleid so wirklich meins. Naja, bis auf die schwarze Grundfarbe. Die schon. Und vielleicht noch die Form. „Sack“, wie Kind, klein, es völlig undiplomatisch ausdrückte. Ich nenne es oversized und bequem ;-) Aber Stickereien? In gemäßigter Anzahl ok, in solchen Menge eigentlich zu viel. Die bunten Farben? Nee, bunt ist nicht meine Farbe. Blümchen? Ich doch nicht! Blümchen gehören in Vasen. Nicht auf Kleidungsstücke.

Tja, aber als ich dieses Kleid vor ein paar Wochen auf Instagram an einer zugegeben etwa 30 Jahre jüngeren Bloggerin entdeckte, war ich ihn und weg. Natürlich war das Kleid gerade ausverkauft. Aber es gibt ja diese wunderbare Benachrichtigungsfunktion, wenn etwas wieder im Lager eintrudelt. Beim ersten Mal war ich zu langsam, beim zweiten Mal klappte es dann.

Tja, und was soll ich sagen: Auch wenn ich mit leicht über 50 vermutlich tatsächlich 30 Jahre zu alt für dieses Kleid bin und es zudem auf gefühlten 1000 Blogs schon zu sehen war - ich mag es. Bisher durfte ich allerdings meine roten Doc Martens mit leichter Tendenz in Richtung pink nicht dazu tragen. DAS hat sich das Tochterkind verbeten. Sie wolle nicht blind werden, meinte sie. Nun denn, sie wird blind werden. Denn wenn es noch ein klitzekleines bisschen kälter wird, werde ich die Docs aus dem Keller befreien und hemmungslos tragen. Vielleicht sollte ich andeuten, sie zum Elternabend anziehen zu wollen. Dann wird das Tochterkind mir verbieten, hinzugehen :-) Win-win-Situation sozusagen!

Bis dahin erfreue ich die Spaziergänger am Deich mit den schwarzen Boots. Schwarz geht ja immer. Und manchmal eben auch, wenn bunte Blumen raufgestickt sind!









Liebe Grüße
Fran


Mittwoch, 21. September 2016

Viel zu viele Touristen hier...


Diejenigen, die hier schon länger mitlesen, wissen, dass ich Barcelona liebe. Ich weiß gar nicht mehr, wann ich das erste Mal da war. Vor ungefähr sieben Jahren? Wie auch immer. Seitdem vergeht kein Jahr, in dem ich nicht für mindestens eine Woche hinfliege. Da Begeisterung bekanntlich ansteckt, haben sich auch im „richtigen“ Leben mit dem Barcelona-Virus angesteckt. Einige waren begeistert. Andere waren entsetzt.

„Diese Stadt besteht ja nur aus Touristen“, lautet der wohl am häufigsten geäußerte Kritikpunkt. Stimmt. Der Tourismus in Barcelona boomt. Ich kann das niemandem verdenken. Die Stadt ist wunderschön. Aber trotzdem finde ich den Satz merkwürdig. Denn sowohl ich als auch der Freund, der ihn äußerte, sind - Touristen.


In den letzen Jahren sind die Touristenzahlen in Barcelona explodiert. Flüge sind billig, dank Airbnb die Unterkunft auch. Die Stadt hat einen tollen Strand und großartiges Wetter. Beste Voraussetzungen also, zwischen Mai und Oktober Touristen in Massen anzuziehen. Dazu kommen die Kreuzfahrt-Passagiere, die täglich die Stadt überschwemmen. Jede Mittelmeerkreuzfahrt - und die sind heutzutage auch schon für wenig Geld zu haben - beinhaltet einen Stop in Barcelona. Rund acht Millionen Touristen sollen im vergangenen Jahr Barcelona besucht haben. Das lässt auch den hartgesottensten Katalanen inzwischen nicht mehr kalt - und viele Touristen auch nicht.

Die Kolumbus-Statue am Port Vell, dem alten Hafen. Kolumbus zeigt übrigens nicht in Richtung "neue Welt", sondern ziemlich zielgenau auf Mallorca ;-)
Unter den Einwohnern gibt es seit einigen Jahren wachsende Proteste. Barcelona lebt zwar zu einem nicht unbeträchtlichen Teil von Touristen, aber die unangenehmen Begleiterscheinungen wie Lärm, Müll, eine völlig überfüllte Altstadt und vor allem die Partytouristen, die im Sommer den wirklich entzückenden Stadtteil Barceloneta im Griff haben, führen dazu, dass die Einwohner so langsam die Nase voll haben. Der Spiegel berichtete schon 2014 über die wachsenden Proteste, Focus ebenfalls.

Ein Nebeneffekt der Millionen von Touristen: Die Mieten im Zentrum Barcelona steigen in schwindelnde Höhen. Die Altstadt war, bevor sie für die olympischen Spiele 1992 aufpoliert wurde, ein Viertel, in dem niemand leben wollte. Dort wohnten nur noch diejenigen, die sich eine Wohnung in den „besseren“ Vierteln nicht leisten konnten und große Teile der Altstadt waren „no go area“. Heute sind Wohnungen, Häuser und Grundstücke dort begehrt wie nie. Jeder, der es irgendwie einrichten kann, vermietet seine Wohnung via Airbnb. Das ist zwar nicht legal. Aber es bringt Geld. Und treibt die Mieten weiter in die Höhe. Für die Einwohner von Barcelona eine Katastrophe, denn sie sind von der geplatzten Immobilienblase sowieso hart gebeutelt. 


Aber zurück zur Touristen-Kritik von Touristen. Ich finde es selbst bedauerlich, dass sich inzwischen unaufhörlich Massen von Touristen durch die Altstadt schleppen und dort bitteschön alles vorfinden möchten wie daheim in Castroph-Rauxel mit einem spanischen Anstrich. Ich wäre todtraurig, wenn mein Barcelona sich in den nächsten Jahren zum Ballermann auf dem Festland entwickelt. Und trotzdem bin ich eben auch „nur“ Tourist dort. Wenn mein Freund sich darüber beschwert, dass er in der Altstadt ausschließlich auf Englisch angesprochen wird, dann finde ich das manchmal unfreiwillig witzig. Er spricht nämlich kein Spanisch - wie bitte möchte er denn dann kommunieren? Und selbst wenn er spanisch spräche - in Barcelona spricht man Català. Mit Spanischkenntnissen ist man zwar quasi der Einäugige unter den Blinden. Aber man wird trotzdem sofort als Tourist identifiziert.

Die Kathedrale in Barcelona. An den Samstagen kann man hier Katalanen ihre traditionellen Sardana tanzen sehen

Im Kreuzgang der Kathedrale leben Gänse, die die Kirche beschützen sollen.
Barcelona wird in erster Linie von jungen Leuten angesteuert. Die sorgen dann dafür, dass man an quasi jeder Straßenecke in den touristischen Vierteln die üblichen Hipster-Kantinen findet. Avocado-Toast und vegane Fruit-Bowls lassen grüßen. Das ist ungefähr genauso typisch für die Küche Kataloniens wie Sauerbraten. Aber es lässt sich damit Geld verdienen. Für die älteren Besucher aus dem Ausland und die „Eingeweihten“ gibt es Tapas - die isst der Bürger Barcelonas schließlich auch. Tut er. Manchmal. Aber in der abgeranzten Eck-Kneipe weit außerhalb der Altstadt ;-)

Und die Schlangen vor der Sagrada Familia erst! Stimmt. Die sind lang. Die am Parc Güell auch. Die Sehenswürdigkeiten der Stadt heißen nicht umsonst Sehenswürdigkeiten. Sie sind es wert, angesehen zu werden. Sind sie wirklich. Auch wenn es inzwischen wohl sehr uncool ist, sich Sehenswürdigkeiten anzusehen, aber das ist wieder ein anderes Thema. Die Schlangen bestehen zum Großteil übrigens aus Touristen - so wie ich einer bin. Oder eben mein Freund, der es blöd findet, wenn andere Touristen die gleiche tolle Idee haben wie er.

Tja, und dann sind eben alle Touristen auf der Suche nach Geheimtipps. Unverfälschtes Barcelona quasi. Aber bitte auf deutsch oder wenigstens Englisch - sonst versteht man die Speisekarte ja nicht. Google spuckt übrigens bei der Suche nach „Geheimtipps Barcelona“ mehr als 100.000 Ergebnisse aus. Soviel zum Thema geheim. Also bitte nicht wundern, wenn die Geheimtipps auch inzwischen von Touristen bevölkert sind.

Am Olympiahafen tobt nicht nur das Nachtleben, sondern hier gibt es auch ganz hervorragende Fischrestaurants.

So, und wie kommt man nun zum „echten“ Barcelona-Erlebnis? Ich weiß es auch nicht so genau. Aber ein paar Tipps hätte ich doch parat. Die gelten übrigens auch für viele andere Städtetouren.

  • Bucht kein Appartement via Airbnb, sondern besser ein Hotel. Die sind lizensiert und schaffen Arbeitsplätze. Es gibt auch lizensierte Ferienwohnungen, buchbar über die einschlägigen Buchungssysteme. Mit unlizensierten Apartments trägt man dazu bei, die Bürger Barcelonas aus ihrer eigenen Stadt auszusperren.
  • Fliegt nicht in den Sommermonaten. Barcelona ist selbst im Januar schön. Ich schwöre!
  • Entdeckt Barcelona am besten zu Fuß. So wahnsinnig groß ist die Stadt nicht. „Ist nicht weit“ ist der Standardspruch, den meine Kinder hassen ;-)
  • Wer tatsächlich einigermaßen authentisch essen möchte, der möge das nicht unbedingt in der Altstadt versuchen. In den weniger hippen Stadtteilen zum Beispiel rund um die Universität oder im Barri Nou wird man fündig - wenn man damit leben kann, dass die Restaurants nicht ganz so stylish sind. 
  • Ein paar sehenswerte Dinge zum Teil abseits der ganz großen Touristenströme habe ich in diesem Jahr hier und hier und hier gebloggt. Dafür, dass man dort nicht inzwischen auch von Menschenmassen überrrannt wird, übernehme ich keine Garantie ;-)
  • Nehmt Rücksicht. Ich kann jeden verstehen, der in Barcelona lebt und genervt ist von all den Touristen. Ein bisschen Freundlichkeit, vielleicht ein paar Brocken Spanisch und ein Lächeln bringen einen definitiv weiter als der Touri-Wahlspruch „Dafür bezahle ich ja“ oder „Nur dank mir habt ihr hier überhaupt Arbeit“. Ihr seid Gäste dort.
  • Und last but not least. Ihr werdet in Barcelona vielen Menschen begegnen, die Euch um einen Euro bitten. Das spanische Sozialsystem ist mit dem deutschen nicht zu vergleichen. Hartz IV oder Ähnliches gibt es nicht. Die Arbeitslosigkeit ist verdammt hoch, die Mieten ebenso. Und vermutlich ruiniert Euch ein bisschen Kleingeld nicht, das ihr dem Gitarrespieler in der U-Bahn-Station oder dem alten Mann auf der teuren Einkaufsstraße gebt. Wer das nicht möchte: Es gibt in ganz Spanien, auch in Barcelona, die Aktion "Café pendiente". Wenn ihr diesen Begriff auf einem Hinweisschild vor dem Lokal findet, könnte ihr dort zusätzlich zu Eurer eigenen Rechnung einen café pendiente bezahlen. Damit ermöglicht ihr es jemandem, der es sich eigentlich nicht leisten kann, dort einen Kaffee zu trinken, ohne dafür bezahlen zu müssen. Eine Kaffee in einer Besuch zu trinken ist für Spanier ein Teil ihrer Kultur. Die können sich viele aber nicht mehr leisten. 

Liebe Grüße
Fran


Hier nochmal die Links:
Fran-tastic: Barcelona
Fran-tastic: Barcelona, die zweite









Montag, 19. September 2016

Kleid? Culotte? Oder was?



Hey, ich habe einen wirklichen Vorteil von 20 Grad und bewölktem Himmel gefunden: Ich kann meine Liebe zum freundichen Schwarz ausleben, ohne dass man mich betroffen anguckt und fragt, ob ich zu einer Beerdigung gehe. Und wenn die Kleidung schon schwarz ist, dann darf sie ruhig etwas exzentrisch sein. Das „Ding“ von heute hat übrigens schon einigen Mitmenschen Rätsel aufgegeben. Ja, was ist das denn nun? Kleid? Culotte? Zweiteiler? Hä?

Des Rätsels Lösung: Es ist ein Jumpsuit, der vielleicht ein wenig außergewöhnlich geschnitten ist. Vielleicht konnte sich derjenige, der ihn designed hat, nicht wirklich entscheiden. Zu wenig Kaffee am Morgen, zu wenig Schlaf, ein Glas Wein zu viel.... Und dann wurde halt wundersamerweise dieses „Ding“ daraus. Wenn ich unschuldig in der Gegend herumstehe, sieht es aus wie ein Kleid. Setze ich mich in Bewegung, kommt die Hose zum Vorschein.

Wie auch immer, als ich den Jumpsuit im COS Online-Store sah, war klar, was passieren musste. Vor allem weil das in der Phase passierte, als mein Koffer noch herrenlos durch den Düsseldorfer Flughafen stromerte und ich meinen schwarzen Seiden-Jumpsuit betrauerte, den ich Euch schon hier gezeigt habe. Der Koffer tauchte wieder auf und nun wohnen hier halt zwei Jumpsuits. Macht nix, ich liebe beide.

Man kann nämlich beide hervorragend ganz unterschiedlich stylen. So wie hier mit Jeansjacke und Turnschuhen machen sich die Jumsuits im Büro hervorragend. Ein wenig aufgepimpt mit Pumps oder Sandalen und einer anderen Jacke oder einem großen Tuch dürfen sie dann im Herbst abends das Haus verlassen. Im Winter werden Cardigan und Boots bemüht, dann geht auch das.

Und das Beste: Das Ding ist gesundheitsfördernd. Denn den Reißverschluss hinten bekommt man allein nur zu, wenn man zwei Wochen Dehnübungen hinter sich hat. Und die sind ja bekanntlich total gesund!









Liebe Grüße
Fran


Jumpsuit: COS
Jeansjacke & Rucksack: H&M

Schuhe: Keds