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Nicht nur zur Weihnachtszeit: Und wer nimmt Oma?

Moin ihr Lieben,

tja, nun ist es passiert. Ich habe es vor lauter Job und Privatleben nicht geschafft, einen Mittwochspost zu schreiben. Zeitmanagement sechs, setzen. Aber immerhin habt ihr jetzt auch frei und dürft die gewonnene Zeit für schöne Dinge einsetzen. Weihnachtsdeko im ganzen Haus verteilen vielleicht. Oder ein gutes Buch lesen. Oder einfach nur einen Kaffee oder Tee trinken und aus dem Fenster gucken. Kann auch ganz unterhaltsam sein :-)

Ich habe leider zur Zeit für nichts von alledem Zeit. Im Job zerren gefühlt alle an Armen und Beinen und wenn man dann noch beleidigte Ex-Bürgermeister an der Backe hat, die der Meinung sind, dass das Wahlsystem aufgrund von dummen Wählern, die diesmal jemand anderes gewählt haben, geändert werden muss, dann kann das auch schonmal nerven.

Privat ist ebenfalls Stress angesagt. Nein, ich habe weder meinen Mann wegoptimiert noch die Kinder ausgesetzt. Aber sich um Eltern zu kümmern, die ein paar Hundert Kilometer entfernt leben und deren Traum vom selbständigen Leben im eigenen Heim ganz plötzlich zerplatzt und für die eine neue Lösung gefunden werden muss, ist nicht unbedingt förderlich für die Entspannung. Ein Hoch auf die Großfamilie vor Ort, wer sie denn hat. Und falls nicht, hier ein kleiner Tipp: Es ist problemlos möglich, sich in Einrichtungen zum betreuten Wohnen unverbindlich auf eine Warteliste zu setzen. Man muss da nicht einziehen, sobald eine Wohnung frei wird. Aber man kann. Wenn man dagegen spontan und ruckzuck eine Wohnung braucht, ist das eine Art Roulette. Mal verliert man, mal gewinnen die anderen.

Wo wir schon dabei sind: Unsere Eltern dürften ja alle nicht mehr ganz jung sein. Lebt ihr in der Nähe? Habt ihr jemals mit ihnen darüber geredet, was passiert, wenn was passiert? Wollen sie überhaupt darüber reden? Habt ihr irgendeinen Plan, wer sich wann und wie kümmert?

Ich habe jetzt zum zweiten Mal erlebt, wie schnell eine Situation sich dramatisch verschlechtern kann und wie schlimm es für alle Beteiligten sein kann, eine Lösung zu finden, wenn man sich vorher nicht mit einer solchen Situation beschäftigen mochte. Aber auch dieses Problem werden wir lösen. Bis dahin fällt allerdings eventuell der eine oder andere Post flach. Sorry dafür.

Liebe Grüße
Fran

Kommentare

  1. was heist hier sorry!
    schliesslich muss man prioritäten setzen! und geliebte menschen gehen immer vor!!
    ts.
    ich drücke die daumen - und lisbeth die pfötchen - dass ihr schnell eine gute lösung findet! pass aber bitte trotzdem auf dich auf - wenn du zusammenklappst hat nur die pharmaindustrie was von :-)
    xxxxx

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    1. Ach, ich klappe schon nicht. So schnell wirft mich nun auch nix um. Nur der Blog, der muss halt leiden. Lösung ist gefunden - ob und wie lange sie gut ist, wird sich zeigen.

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  2. Halte durch!

    Wenn ich das lese, ist das einer der Momente, in denen ich froh bin, dass meine Eltern tot sind und ich die Scheiße in meiner Familie hinter mir habe. Das war zweimal die Hölle. Wir beten immer, dass das bei der fast 91jährigen Schwiegermutter allen erspart bleibt. Aber da ist zumindest klar, was sie will. Danach sind wir dann selbst an der Reihe ...

    Wenn ich Freunden erzähle, dass sie sich um Patientenverfügungen, Vollmachten und Testamente für sich und ihre Eltern kümmern sollen, hört mich ja schon keiner zu. Mit Anmeldungen in Wohneinrichtungen brauche ich denke gar nicht erst zu kommen ...

    Alles Gute für Euch!

    LG Ines

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    1. Aua, das klingt nicht gut. Meine Mutter ist vor einigen Jahren an einem Hirntumor gestorben. Das war ebenfalls Hölle, aber in erster Linie für meinen Vater. Vollmachten, Verfügungen und Testamente sollte man genau dann machen, wenn man noch in der Lage dazu ist. Punkt. Und ich hoffe, dass wir hier den Beschluss, uns rechtzeitig um eine Wohnlösung zu kümmern, und zwar dann, wenn wir den Umzug noch selbst stemmen können, auch halten werden.

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  3. Fran, halte durch und delegiere auch Aufgaben! Ich bin im ambulanten Pflegedienst und sehe wie sehr sich die Angehörigen quälen, manches muss nicht sein und anderes ist einfach notwendig. Holt Euch Hilfe von aussen, falls noch nicht geschehen.
    Meine Eltern leben nicht mehr und meine Schwiegermutter ist noch fit - aber wenn es sie mal trifft, dann wird es schwierig. Da die Brüder sich nicht verstehen und wir generell eine andere Meinung haben. Hoffentlich bleibt uns das noch lange erspart. Liebe Grüße Patricia

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    1. Klar wird delegiert, was zu delegieren ist. Ich habe ohnehin nur den kleinsten Part. Meine Schwägerin macht das meiste und ich gehe demnächst vor ihr auf die Knie. Hilfe von aussen holen geht leider nur dann, wenn die auch gewollt ist.... Oje, wenn Zoff in der Familie ist, wird das ja noch schlimmer. Hier ziehen wenigstens alle Kinder an einem Strang.

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  4. Ich schüttele gerade den Kopf über mich, weil ich bei dem Kommentar von Ines zustimmend mit dem Kopf genickt habe - zumindest meinen Vater betreffend. Hätte ich das damals mal schon so sehen können, hätte das die Trauerzeit um ein paar Jahre verkürzt, aber mit 18 war ich nicht so weitsichtig. ;D Und sonst: Nein, meine Mutter möchte nicht über das Thema reden, ich hab's mal kurz angeschnitten und das kam nicht gut an. Da wir so ziemlich genau vor einem Jahr vor einer ähnlichen Siutation standen wir ihr - nur eben nicht ein paar 100km entfernt, sondern in der Stadt - und auf der Suche nach einem Heimplatz (od. betreutes Wohnen) waren, weiß ich, wie stressig das ist. Und wir haben auch gelernt, wie wichtig Vollmachten sind.Schwieriges Thema. Für alle Beteiligten. :/

    Haltet die Ohren steif und passt auch auf euch auf!

    LG anna

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    1. Das mit dem Anschneiden und es kommt nicht gut an kenne ich. Das gab bisher heftig aufs Dach, wenn man das Thema nur erwähnte. Und dann muss halt plötzlich alles ganz schnell gehen. Und dann eine gute Lösung zu finden ist echt nicht leicht.

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  5. Mich (be)trifft das Thema nur bedingt, weil meine Eltern und auch Geschwister schon tot sind. Mein Schwiegervater lebt noch und das ebenfalls hunderte von Kilometern entfernt. Das Verhältnis zu der Schwester meines Mannes ist nicht das allerbeste und wir haben keine Ahnung, ob das Thema jemals angesprochen wurde. Nach unserer Meinung dazu werden wir sowieso nicht gefragt. Das Vollmachten, Verfügungen und Testamente wichtig sind, ist uns schon bewusst. Allerdings hindert uns das nicht daran, es in eigener Sache bisher noch vor uns her zu schieben, weil es da einfach noch einiger Informationen bedarf. Denkt daran euch bei alle dem was ansteht auch zwischendrin zumindest manchmal kleine Entspannungsphasen für euch selbst zu schaffen. Liebe Grüße Ursula

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    1. Wir fangen für uns dann schon mal an. Und das Haus wird verkauft, sobald die Kinder weg sind. Soviel steht fest. Sowas will ich selbst weder erleben noch meinen Kindern zumuten. Da suche ich mir lieber selbst aus, wo ich die letzten Jahre verbringe...

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  6. Ja, wir prokrastinieren in eigener Sache leider auch vor uns her ... - wollen mal hoffen, dass sich das nicht irgendwann rächt.

    Manchmal, wenn ich solche Texte lese, bin ich tatsächlich ganz froh, dass wir das mit den Eltern und Schwiegereltern schon hinter uns gebracht haben - alle schon gestorben. War im letzten Sommer auch nicht gerade einfach, als meine Mama uns als letzte Verbliebene verließ, aber ich bin z. B. immer noch dankbar, dass das im Sommer bei warmen Temperaturen und langen Tagen war, so dass ich das Drumrum nämlich wesentlich besser wegstecken konnte als im grauen November zum Beispiel.

    Naja, und dass bei Dir Job und Familie auch viel an Dir herumzerren, ist ja nicht neu. Du schaffst das! Es kommen auch wieder bessere Zeiten! Mensch, was bin ich froh, dass wir unser lange aufgeschobenes Treffen kürzlich hingekriegt haben!!!!! ♥

    Wünsche Dir alles Liebe,
    Gunda

    P.S.: Hätte ich meinen Krankenhaus-Post Sonntag auch lieber ohne Bilder veröffentlichen sollen? Hm ... *grübel*

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    1. Ach klar schaffe ich das. Und ich mach drei Kreuze, wenn das in trockenen Tüchern ist... Aber warum ohne Bilder? Nö. Ohne Bilder ist doof.

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  7. Liebe Fran,
    das ist ein sehr schwieriges Thema, welches einem sehr viel Kraft abverlangt, sobald man in dieser Situation drinsteckt. Ich wünsche euch allen ganz viel davon, und dass das Leben trotzdem immer wieder was Schönes bereithält und die nötige Zeit für euch selber, damit ihr diese Phase gut übersteht!
    Selber hab ich das auch mitgemacht, und es waren wirklich sehr anstrengende, traurige und substanzzehrende Jahre. Meine Eltern haben vor ca. 7 Jahren ihr grosses Haus verkauft und zogen danach in eine schöne Mietwohnung am See. Sie hatten sich gerade so richtig dort eingelebt und meine Mutti ihren 70. gefeiert, als bei ihr Pankreaskrebs diagnostiziert wurde. Ein wirklicher Schock für uns alle, denn wir wussten, was da auf uns zukommt. Das ist ein unglaublich aggressiver und bösartiger Krebs, der einem beinahe keine Chance lässt. Aber Mutti stemmte sich ihm mit so viel Willen und Lebensmut und Kraft entgegen, dass wir sie noch heute dafür bewundern. Wir planten sogar, dass meine Eltern zu uns ins Haus ziehen, es war schon alles eingefädelt. Doch es half alles nichts (auch 100 Chemotherapien nicht....), und so verstarb Mutti nach ziemlich genau 4 Jahren 2014. Alleine diese lange "Überlebenszeit" sahen die Ärzte als kleines Wunder an, denn normalerweise gibt man diesen Patienten etwa 1/2 Jahr.
    Daddy blieb also alleine in der grossen Wohnung zurück und hielt es kaum noch aus da, wo alles ihn an seine Frau erinnerte. Und so beschloss er, dass er trotz allem zu uns zieht, heute wohnt er im Stockwerk über uns. Das ist unglaublich praktisch, schnell die Treppe hochhüpfen und nachschauen, wie's ihm geht, das erleichtert vieles! Er ist noch sehr agil und selbstständig, aber man weiss ja nie- plötzlich fällt er mal um, und schon ändert sich alles!
    Letzthin kam er sogar mit einer Anmeldung für eine Seniorenwohnung zu mir. Bei uns im Ort werden neue Seniorenwohnungen gebaut, in denen die alten Menschen auch betreut werden können, falls nötig, und mein Vater hat sich gleich auf die Reservationsliste setzen lassen. Das fand ich ganz klasse, dass er so umsichtig ist und auch gewillt, sich mit diesem Thema zu befassen. Nichts schlimmer, als wenn man einen alten Menschen von heute auf morgen entwurzeln und einen guten Platz für ihn suchen muss, wo er seinen Lebensabend verbringen kann. Im Hauruckverfahren klappt das in den meisten Fällen nur leidlich, wenn überhaupt.....
    In meinem Beruf habe ich schon viel zu oft Menschen gesehen, die auf dem Zahnfleisch in unsere Praxis gekrochen kamen, weil sie Familienmitglieder zuhause betreut haben. Eigentlich kann ich jedem nur davon abraten, so hart das auch klingen mag. Das geht eine (kleine) Weile gut, aber früher oder später klappt jeder zusammen. Diese Pflege nimmt das ganze eigene Leben ein und lässt kaum Raum für eigene Bedürfnisse. Ich weiss, dass sich ganz viele ein schlechtes Gewissen machen, wenn sie ihre alten Eltern "abgeben". Aber ich denke, in einem wirklich guten Seniorenwohnheim, in dem man sie regelmässig besuchen kann und dann auch die Zeit und die Energie dazu hat ist ihr Leben weitaus lebenswerter als in der Wohnung eines der eigenen Kinder, die von den Räumlichkeiten und der Ausstattung her keine ordentliche Pflege zulässt und die Pflegenden ausserdem mehr und mehr dekompensieren.....
    Ich bin wirklich sehr, sehr froh, dass mein Vater mit diesem Thema so offen umgeht. Das macht es ihm und uns entschieden leichter!
    Ich wünsche euch alles Gute und dass ihr eine Lösung findet, die allen Beteiligten gerecht wird!
    Herzlichste Grüsse!

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    1. Das mit deiner Mutter tut mir leid. Vier Jahre, das ist irre. Bei meiner Mutter war es ein Hirntumor und sie hat das vom Arzt versprochene Weihnachten nicht mehr geschafft. Mein Vater lebt alleine im großen Haus und will da auf keinen Fall weg. Ich würde Luftsprünge machen, wenn er mit so einer Anmeldung käme. Will er nicht. Also warten wir bei ihm auch aufs Hauruck-Verfahren... Immerhin sind Vollmachten und Verfügungen vorsorglich schonmal gemacht. Zuhause betreuen ginge gar nicht. Dazu fehlt der Platz. Das könnte für ein paar Wochen als Notlösung gehen. mehr nicht.
      Das "Abgeben" ist für beide Seiten schwierig. Meine Mutter ist im Hospiz gestorben. Es hat meinen Vater fast zerrissen und sie selbst wollte immer nur nach Hause. Das war so schrecklich. Aber es ging nicht anders.
      Oh Mann, ich hoffe, ich selbst kriege das in zwanzig oder dreißig Jahren anders hin.

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  8. Liebe Fran, Du schaffst das. Lass alles sein, was nicht muss. Wenn ädu was loswerden musst weisst Du immer wo Du uns findest ;)
    Wir wohnen ja im Haus der Schwiegermutter, die mit ihren 84 Jahren noch ziemlich fit ist. Sie wird auf jeden Fall zu Hause bleiben. Wir wohnen drüber, ihre Tochter und Enkelkinder alle in unmittelbarer Nähe. Zur Not kann ein Pflegedienst da unterstützen. In unserer Stadt gibt es auch eine Vermittlung von 24 h Kräften, die bei den zu Pflegenden einziehen. Das haben bei uns im Vorort sehr viele ältere Leute. Manchmal muss es ja nicht gleich ein Pflegeheim sein. Viele dieser meist osteuropäischen Pflegekräfte sind fleissig, versiert und machen ihren Job wunderbar. Einige sind mir sogar ans Herz gewachsen. Nur mal zum Nachdenken. Dafür gibt es Agenturen Deutschlandweit. Klar ist das nicht super billig, aber ein Pflegeheim auch nicht.
    Meine Mutter möchte mal in ein betreutesWohnen und steht auf einer Liste.
    Ich wünsche Dir viel Kraft und denke auch zwischendurch an Dich ;)
    Liebe Grüße Tina

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    1. Ja, wenn alle in der Nähe sind, funktioniert das wohl besser. Hier sind alle verstreut, irgendwo zwischen Berlin, Hamburg, Paris und Freiburg. Pflegedienst oder Pflegekraft ist eine tolle Sache, aber muss halt auch von denjenigen, die Pflege brauchen, gewollt sein. Und wenn das nicht gewollt ist, dann wird es schwierig.

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  9. Pass auf dich auf liebe Fran! Wünsche dir das sich alles bald, und natürlich auch zufriedenstellend, lösen lässt.

    Ich habe niemanden mehr, es sind alle schon gegangen. Aber von Freundinnen weiß ich, das jetzt viele Eltern in dem Alter sind, wo Lösungen gefordert sind. Man auf Hilfe angewiesen ist.
    Liebe umarmung zu dir <3

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    1. Danke für die Umarmung :-) Niemanden mehr zu haben stelle ich mir auch nicht schön vor. Ich glaube, da nehme ich lieber den Stress... Meine Mutter starb vor ein paar Jahren und das war so schrecklich. Meinen Papa würde ich gern noch ein paar Jahre behalten...

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  10. Oh man, das klingt nicht gut. Aber das weißt du ja selber. ok, der Ex-Bürgermeister ist mir egal, aber das mit deinen Eltern ist schlimm. Ich hoffe, dass du schnell eine Lösung finden kannst, die für alle Beteiligten zufriedenstellend ist. Vielleicht ist es möglich, ein paar Wochen mit Kurzzeitpflege zu überbrücken, aber so genau kenne ich mich da leider nicht aus.
    Tja, was da mal auf uns zu kommt, daran mag ich gar nicht denken. Wir haben ja auch eine ordentliche Entfernung zum Wonort von Eltern/Schwiegereltern und das macht so etwas nicht leichter.
    Ich drücke dir die Daumen, dass es besser läuft, als es im Augenblick auszusehen scheint.
    Liebe Grüße
    Andra

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    1. Wir kriegen das hin. Umzug ist nächste Woche, danach wird es wieder ruhiger, hoffe ich. Und hoffentlich auch gesundheitlich besser. Sind meine Schwiegereltern. Mein Papa ist allein. Aber da wird im schlimmsten Fall das Ganze noch einmal auf uns zukommen, mit ähnlicher Entfernung. Ich denke lieber nicht drüber nach.

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  11. Ich kann mir gut vorstellen, dass Dir der Kopf schwirrt und ich wünsch Dir gute Nerven und Hilfe und Unterstützung, wo Du sie brauchst. Meine Mutter hatte letztes Jahr einen Schlaganfall und nach der Reha musste rasch ein Pflegeheim für sie gefunden werden. Es hat geklappt, ob es ein gutes ist, steht auf einem anderen Blatt. Zwar ist uns spätestens seit dieser Situation klar, dass wir für meinen Vater, der zwar fit, aber auch schon 85 ist, vorplanen sollten. Doch das ist gar nicht so einfach. Für ihn ist die Unterbringung in eine Altersheim oder betreuten Wohnen undenkbar. Keine Chance, dass er seine Meinung ändert. Ich lass es auf mich zukommen und hoffe auf Glück und Improvisationstalent.
    Alles Gute für Dich in dieser turbulenten Zeit!
    LG Sabine

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    1. Mach Dir keinen Kopf Sabine. Bevor er das tut, wird er es selbst beenden. Ich kann das verstehen. Ich würde freiwillig auch nicht ausziehen und eine fremde Zimmerdecke anstarren.
      LG Sunny

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    2. Sabine, genau das war auch der Fall. Aber inzwischen haben sie eingesehen, dass es nicht anders geht. Improvisationstalent hilft. Aber du brauchst auch eine ganze Menge Glück.

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    3. Sunny, das mit dem selbst beenden ist so eine Sache. Es gibt einen Punkt, an dem auch das nicht mehr geht. Und es geht doch nicht darum, fremde Zimmerdecken anzustarren. Selbst wenn man in einer Anlage für betreutes Wohnen lebt, kann man noch Spaß am Leben haben.
      Es geht schlicht und ergreifend darum, dass man nicht mehr alleine in einem Haus leben kann, weil schon eine Stufe oder eine Badewanne ein unüberwindliches Hindernis ist. Ganz zu schweigen davon, den Alltag zu bewältigen. Sorry, aber mein Verständnis für Menschen, die nicht freiwillig ausziehen, sondern abwarten, bis nix mehr geht und dann bitte danke innerhalb von zwei Wochen eine Lösung von den Kindern erwarten, geht gerade gegen Null.

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  12. Familie geht vor, immer!

    Meine Eltern leben beide nicht mehr, aber für meine Mutter war eine eventuelle Pflege im Alter immer ein Thema. Sie wollte nie einem ihrer Kinder "zur Last fallen", d. h. bei einem der Kinder einziehen "müssen" oder so. Dazu ist es ja dann auch nicht mehr gekommen.

    Das ist auf jeden Fall ein schwieriges Thema, das mit allen Beteiligten besprochen werden sollte. Genauso wie die Beerdigung, die Vorstellung vom Grab usw.

    Ich habe davon ganz bestimmte Vorstellungen und habe das auch meiner Familie so gesagt, obwohl ich erst 47 bin. Aber für mich gehört das zum Leben dazu und daher sollte man das Thema der eventuellen Pflegesituation oder das Thema des Todes nicht ausschließen.

    Lieben Gruß
    Sabine

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    1. Ja, das gehört besprochen. Einfach nicht drüber reden ist keine Lösung. Nur was tun, wenn man beim Ansprechen gegen eine Wand läuft? Dann wird es schwierig. Ich habe noch keine Vorstellungen davon, wie mein Grab aussehen soll. Aber davon, wo und wie ich wohnen will, wenn ich nicht mehr alleine leben möchte oder kann, das wissen ich genau. Keinesfalls im Eigenheim auf dem Dorf.

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  13. Hmmm.
    Am Heiligen Abend ist es ganz klar, dass mein Vater mit zu den Ex-Schwiegerleuten kommt, wo wir mit Ex-Mann, Sohn, Onkel, Tante und Cousins feiern. Als die Uri noch gelebt hat, war die natürlich auch dabei.
    Aber das ist eben nicht nur an Weihnachten so. Ich kenne das nicht anders, dass man mit "den Alten" zusammenlebt. Meine Oma wohnte bei uns, bis sie gestorben ist. Bei meiner Nachbarin ist das genauso gewesen. Und bei Rudi auch. Meine Cousine hat sich um ihren Schwiegervater gekümmert bis er mit 99 gestorben ist. Ich glaube nicht, dass er im Altersheim so alt geworden wäre.
    So lange es mir kräftemäßig und finanziell möglich ist, werde ich mich zu Hause um meinen Papa kümmern. Ich war schon immer ein Baba-Deandl, da ging lang nix drüber.
    Und natürlich hat er eine entsprechende Verfügungen und Vollmachten für mich ausgestellt. Das selbe habe ich von Rudi hier liegen.
    Ist also eine ganz andere Situation wie bei Dir. Wir wohnen hier im begehrtesten und teuersten Landkreis der Republik. Ich und die meisten meiner Jugendfreunde. Ich hatte gar niemals nie einen Grund hier weg zu gehen. Und als Beamtin der Landeshauptstadt München steht das auch nicht zur Diskussion. Wir können nur innerhalb der Stadtgrenzen versetzt werden.
    LG Sunny

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    1. Ich bin schon zum Studium 200 Kilometer weit weggezogen und auch nie wieder zurück in den Wohnort meiner Eltern. Meine Geschwister auch nicht und mein Mann und seine Schwester auch nicht. Die Familie ist über ganz Deutschland verteilt. Das hat sich ganz einfach so ergeben, weil wir alle in der westfälischen Kleinstadt keinen adäquaten Job gefunden hätten. Und ich rechne auch nicht damit, dass meine Kinder mal in der Nähe leben. Die sollen sich die Welt angucken.

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  14. Liebe Fran, auch ich schließe mich an: Ich wünsche Dir, dass Du eine ordentliche und schnelle Lösung findest, mit der Du, aber natürlich auch Deine Lieben alle gut leben könnt! Was sagen Deine Eltern eigentlich zu der Problematik, welche Vorstellungen haben sie denn? Und denk bitte daran, dass es mit Sicherheit auch für Deine Eltern nicht leicht wäre, wenn sie irgendwann merken müssten, dass Du schon auf dem Zahnfleisch daher kommst. Daher empfehle ich Dir, jede Hilfe anzunehmen, die es gibt. Und mach Dir doch bitte wegen dem Blog bloß keinen Kopf!
    Leider kann ich Dir keine eigenen Erfahrungsberichte liefern, da sowohl meine Eltern als auch der Schwiegervater schon lange nicht mehr leben. Die Schwiegermutter ist zum Glück gesund, munter und flott unterwegs und wohnt im eigenen Häuschen. Und ich hoffe, das bleibt noch lange so.

    Ja Fran, dann drücke ich Dir zumindest mal beide Daumen, damit bei euch alles schnell und gut klappt!

    Liebe Grüße!

    Hasi

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    1. Es sind meine Schwiegereltern. Naja, und die hatten wie mein Vater eben die Vorstellung, dass sie in ihrem Haus selbständig leben und weiter ging die Vorstellungskraft nicht. Jeder Versuch, darüber zu reden, wurde abgeblockt. Naja, und manchmal wird der Gesundheitszustand dann sehr schnell sehr dramatisch schlecht. Da ist dann mit Vorstellungen nix mehr zu machen, da muss man nehmen, was man bekommt. Wünsche anmelden ist da seeeeehr schwierig. Das wäre halt rechtzeitig - und es war abzusehen, dass das nicht ewig geht - viel einfacher gewesen. Aber was nutzt es, über verschüttete Milch zu lamentieren. Wir kriegen das hin.

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  15. Das ist sehr schwer liebe Fran. Habe momentan auch daran zu knacken. Mag aber nicht darüber reden...

    Ich wünsche Dir viel Kraft...

    Liebe Grüße Sabine

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    1. Ach du Arme. Lass dich mal knuddeln, wenn ich darf. Hey, wir schaffen das. Irgendwie.

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  16. Liebe Fran, das Leben ist kein Ponnyhof. Ersten schon gar nicht wenn man daran denkt und zweitens nicht wenn es einen kalt erwischt. Ich versuche schon seit Jahren eine Regelung mit meinen Eltern zu finden. Leider beiße ich immer auf Granit. Ich denke es wird mir irgendwann genau wie dir ergehen. Ich wünsche dir viel Erfolg und Kraft beim Lösen deiner Probleme.
    LG Petra

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  17. das macht mich so nachdenklich, da beantworte ich dir glatt deine frage. ich wohne 250 km von meiner mutter (76) weg. sie ist seit januar alleine, ihr mann starb. ich habe sie besucht, sie war bei uns, dann bei meinem bruder und seiner familie und ich habe mich mehr gekümmert als sonst. täglich angerufen, sie reden und heulen lassen, whatsapp, facetime...inzwischen geht es ihr besser. sie wohnt schon seit ca. 10 jahren in ihrem häuschen, das in seiner siedlung vom betreuten wohnen steht und sie hat eine anmeldung für die "folgeeinrichtung" und sie hat sogar das DANACH schon geregelt. ihr körper wird von der uni greifswald für die studenten abgeholt. mit meiner mutter habe ich echt glück, sie ist ziemlich cool, auch in dieser beziehung!. mein vater hat seine 2. frau deutlich jünger gewählt, die muss sich dann eben kümmern ;-)
    meine schwiegereltern sind tot, die gräber in bremen anonym. das war für deren kinder erst nicht einfach - jetzt sehen sie aber durchaus die vorteile.
    es nützt ja nichts, diese themen wegzuschieben, sie kommen auf uns alle zu. wenn ich wählen dürfte, möchte ich es für mich gerne selbst bestimmen - also es vor dem heim alleine zu ende bringen.

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  18. Hey, das reale Leben hat immer oberste Priorität. Ich habe den Vorteil, dass meine Eltern noch zu zweit sind, da übernimmt meist der andere erstmal die "Chef"rolle und sie wohnen gleich ums Eck, also erste Handreichungen und so sind unproblematisch möglich. Meine Mama hat mich oft "eingeweiht", wo sich was befindet, Vollmachten ergänzt, Konten angepasst - Bruderherz informiert, dass ich eben die Vollmachten habe. Also meine Mama ist gut strukturiert und ich hoffe im Falle des Falles das auch bei der Vorbereitung zu organisieren.

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